Mein Kennenlernen der Yaconwurzel / Yakonwurzel – oder auch Beziehungsstatus ungewiss 😉

Der Titel bringt es eigentlich ganz schön auf dem Punkt, wie es mir nach meinen ersten Versuchen mit der Yaconwurzel geht:

Wie schon beim Schwarzkohlsalat geschildert ( Schwarzkohllink bin ich ja immer gleich ganz Feuer und Flamme, wenn der Biobauer meines Vertrauens mir neue Obst- und Gemüsesorten präsentiert. So durfte ich dank ihm schon so einige neue Lieben kennenlernen. Letzte Woche waren es gleich drei neue Sorten – in den Schwarzkohl habe ich mich ja, wie treue Leser*innen bereits wissen, schwer verguckt. Den blauen Kurkuma ließ ich gleich links liegen und tja, die Yaconwurzel…neben dem Schwarzkohl ist es jetzt auch nicht so leicht für sie 😉

Wenn ich etwas nicht kenne, wird es erst einmal möglichst unverfälscht getestet, damit ich weiß, wohin damit.

Roh probiert:
Die Konsistenz ist etwa wie Kohlrabi, nur etwas frischer im Mundgefühl. Geschmacklich eine sehr zurückhaltende, aber gleichzeitig auch ungewöhnliche Mischung:
Ein Hauch Kiwi, ein Hauch Litchi und gleichzeitig habe ich aber schon gemerkt, dass ich eher in Gemüse beisse. Ein bisschen Topinambur war schon auch zu schmecken, mit dem die Wurzel wohl auch verwandt ist.
Sie verfärbt sich nach dem Schälen sogar noch schneller als Topinambur, also hab ich sie geschält schnell ins Wasser gelegt. Ich würde mal behaupten, dass die Wurzel geschmacklich zu sehr vielen Lebensmitteln passt. Sie schmeckt gleichzeitig obstig und gemüsig, hat aber nichts Derbes wie z.B. Kohlsorten. Okay, nach dem Rohversuch zur Chipsvariante…

Yaconwurzelchips:
Mariniert habe ich die Scheiben einfach nur mit hocherhitzbarem Olivenöl und etwas Rosmarin. Leider ist der Effekt konsistenzmäßig eher wie bei Süßkartoffeln, da sie ziemlich lasch aus dem Ofen kommen, obwohl sie echt lange drin waren.
Also, nächstes Mal vielleicht wässern und trocknen und kurz in Stärke wenden? Für den Salatteller war´s ein nettes Extra, aber nicht wirklich der Knaller. Geschmacklich auch wieder zurückhaltend.

Als Dünstgemüse etwas mit Cashewmus angedickt:
Was hier wirklich, wirklich richtig schön ist: Die Rauten blieben in Topform und werden hier überhaupt nicht lasch! Gewürzt mit etwas Muskat, Salz und Pfeffer, gebunden mit etwas Cashewmus – ja, okay, irgendwie lecker – aber wolltest du vielleicht doch lieber in den Obstsalat?
Als Dünstgemüse würde ich sie nächstes Mal einfach kräftig würzen. Richtung Curry, Richtung Zwiebel-Knoblauch oder etwas Rauchpaprika und Tamari – da muss meiner Meinung nach kräftig was ran..

Was wird das nun also mit uns beiden???
Die Wurzel scheint ja aufgrund ihres hohen Inulingehalts, wie auch Topinambur, eine weitere „Kartoffel für Diabetiker“ zu sein, behält schön die Konsistenz und ist geschmacklich nicht dominant – ordnet sich also brav unter (Ja, will ich das denn?? *zwinker*) – vielleicht muss ich den Beziehungsstatus oben in „Es ist kompliziert“ ändern? *lach*

Ach ja, den größten Nachteil hatte ich ganz vergessen: Ich hab ein bisschen für die anderen zum Probieren aufgehoben – und abends war das schöne helle Gemüse grau und unansehnlich geworden. Das ist natürlich weniger schön.

Mein höchst persönliches und äußerst subjektives Fazit: Ich werde die Wurzeln wohl immer wieder mal verarbeiten (wenn ich vorher weiß, es wird alles aufgegessen wg. der Verfärbung), weil ich einfach buntes (okay, ihr wisst, was ich meine? Nein, die Wurzel ist nicht bunt – schon klar!), abwechslungsreiches und vielfältiges Essen toll und gesund finde.
Aber bin halt grad so frisch verliebt in den Schwarzkohl – hm, das war wohl irgendwie der falsche Zeitpunkt unseres Kennenlernens 😉

Wenn Ihr schon selbst Erfahrungen mit der Yakonwurzel gemacht habt, freue ich mich sehr über Berichte. Neues Gericht – neues Glück!!!

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