Glutenfreier Hefeteig mit 75% Vollkornmehlanteil – vollwertig, locker und lecker
(ideal für pikante Blechkuchen und Pizza!)

Das Thema „glutenfreier Hefeteig“ ist gar nicht so aufregend, wie viele denken. Man muss einfach ein paar Regeln beachten und dann ist die ganze Sache echt kein Akt!
Versprochen!
Völlig ohne edle Küchenmaschine (ein gewöhnliches Handrührgerät mit Knethaken reicht), ohne nasse Geschirrtücher, Silikonmatten oder Frischhaltefolien.

Ihr benötigt dazu folgende
Geräte / Arbeitsmittel:
Rührschüssel mit Deckel
Handrührgerät mit Knethaken
Küchenwaage
Esslöffel
Teelöffel
Kuchengabel
Teigkarte
Backblech mit Backpapier oder Dauerbackfolie ausgelegt
…und natürlich euren Backofen 😉

und folgende
Lebensmittel für ein Backblech (lasst euch bitte nicht irritieren – die Menge in der Schüssel auf dem Foto ist 1,5-fach!)
150 g Reisvollkornmehl
150 g Kichererbsenmehl
100 g Tapiokastärke
2 EL + 1 TL Olivenöl
1 gestr. TL Salz
1 TL Flohsamenschalen, gemahlen
1 gestr. TL Xanthan
1 Pkg Trockenhefe (9g)
1/2 TL Zucker
350 ml + 50 ml lauwarmes Wasser

Und los geht´s mit der
Zubereitung:
In die Rührschüssel wiegt ihr Kichererbsen- (optional auch Buchweizenvollkornmehl, klappt genauso, aber die Mischung Getreide + Hülsenfrüchte ist von der Aminosäuren-Zusammensetzung her hochwertiger), Reisvollkornmehl und Tapiokastärke (hier bitte nicht auf Kartoffel- oder Maisstärke ausweichen!) ab.

An den Rand der Mehlmischung kommen 2 EL von dem Olivenöl, Flohsamenschalen, Salz und Xanthan.

In die Mitte des Mehlgemisches einen „Vulkantrichter“ machen und in diese Mulde 1 TL Olivenöl, den Zucker und das Päckchen Trockenhefe schütten.
Diese drei Zutaten vermischt ihr mithilfe einer Kuchengabel und 50 ml lauwarmem Wasser zu einem Brei. Wirklich nur lauwarmes Wasser verwenden, weil sonst die Hefepilze abgetötet werden und Tote vermehren sich bekanntlich nicht mehr…
Diesen sogenannten Vorteig lasst ihr nun 15 bis 20 Minuten gehen und legt dabei den Deckel locker auf die Rührschüssel, damit der Vorteig keinen Zug bekommt.
Falls jemand von euch auch so gerne Lebensmittel arbeiten hört, kann jetzt mal hinhorchen: Die Hefe knistert ganz leise, wenn sich die Hefepilze nun dank Wärme und Nahrung zügig vermehren!

In der Wartezeit schalte ich den Backofen auf 50°C (maximal, wenn bei eurem Ofen 40°C geht, umso besser – meiner geht erst ab 50°C los), bereite das Backblech vor und mixe die Tomatensoße.

Nun kommen die restlichen 350 ml (wieder schön lauwarm) Wasser in die Rührschüssel und ihr knetet den Teig ausdauernd und geduldig mit den Knethaken des Handrührgerätes. Hier wird Ausdauer tatsächlich mit besserem Ergebnis belohnt, u.a. auch weil im Vorteig manchmal Hefeklümpchen entstehen, die sich nur langsam wieder auflösen.
Es entsteht ein klebriger Teig (ähnlich der Konsistenz eines Rührteiges), der einem glutenhaltigen Hefeteig überhaupt nicht ähnlich sieht? Prima – dann habt ihr alles richtig gemacht!!!

Diesen klebrigen Teig verteilt ihr nun mit einem Esslöffel gleichmäßig über das ganze mit Backfolie ausgelegte Backblech und streicht es mit einer Teigkarte schön glatt.
Den Ofen ausschalten und den Hefeteigboden nun im geschlossenen, ausgeschalteten Ofen 30 Minuten gehen lassen. Es ist nicht nötig, den Teig abzudecken!

Nun habt ihr wieder Zeit, euch um das „Obendrauf“ zu kümmern, bei uns kommt heute grüner Spargel drauf – unteres Drittel geschält und längs halbiert…

Nach der halben Stunde holt ihr das Backblech wieder heraus und schaltet den Backofen auf 200°C / Umluft.
Den Boden nun nach Wahl belegen – bei Pizza mache ich es immer so, dass ich den Boden samt Tomatensoße und gewähltem Belag erst ohne Käse backe und erst die letzten 10 Minuten den Käse darüber verteile.
Insgesamt braucht der Boden 30 Minuten – bei mir also ohne Käse 20 Minuten bei 200°C und dann noch einmal 10 Minuten bei 175°C / Umluft mit dem Käse.

Richtig toll finde ich an dem Teig (außer, dass er so vollwertig, trotzdem nicht trocken ist und sich viel besser schneiden lässt als andere glutenfreie Hefeteige – ihr werdet staunen!), dass ich auch an dem Punkt, an dem bei mir der Käse drauf kommt auch eine Pause einlegen kann. Ähm, Verwirrung? Also, heute z.B. habe ich vormittags schon alles fertig gemacht und die Pizza mit Belag, aber ohne Käse wie angegeben 20 Minuten gebacken und die Pizza dann in den kühlen Keller gestellt. Erst als später die Kids nacheinander eintrudelten, habe ich die Pizza 10 Minuten mit Käse überbacken. Ist auch prima, wenn Gäste kommen und man nicht bis zur letzten Minute in der Küche stehen will.

Ich freue mich sehr über eure Fotos auf meiner Facebookseite von euren Ergebnissen und auch, wenn ihr den Beitrag teilt, wenn´s euch auch so gut schmeckt!

Copyright by Marietta Geyer